Der Ärztemangel im ländlichen Raum bleibt eines der drängendsten Probleme der Gesundheitspolitik. Keines der angewandten Förderinstrumente konnte die strukturellen Probleme bisher beheben. Laut Bedarfsplanung fehlen 56 Hausärzte, in der Realität jedoch ist die Zahl mehr als dreifach so hoch. Die AfD-Fraktion stellt deswegen das „11-Punkte-Landesprogramm zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung“ vor, das einen neuen Ansatz verfolgt.

Da nur ein Bruchteil der Absolventen in Thüringen bleibt, soll zukünftig heimatverbundenen Studenten, die ihr soziales Umfeld in Thüringen haben, sicher ein Platz an der FSU Jena zur Verfügung stehen. Die Zeit, die sich Studienbewerber verpflichten, im ländlichen Raum zu arbeiten, kann ihnen außerdem auf die Wartesemester angerechnet werden. Dazu sagt Corinna Herold, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag: „Wenn wir wissen, dass zahlreiche Absolventen Thüringen wieder verlassen, dann müssen wir bei der Auswahl weitere Kriterien anlegen. Wir wünschen uns lieber einen Studenten aus Zella-Mehlis, der bleibt, anstatt einen aus dem Taunus, der wieder geht.“

Tätig werden könnten die Mediziner vor allem in neu einzurichtenden kommunalen medizinischen Versorgungszentren und Eigeneinrichtungen der Kassenärztlichen Vereinigung. Darüber hinaus besitzt das Land seit den letzten Gesundheitsreformen ein Mitspracherecht in der Bedarfsplanung und kann die Krankenhäuser stärker für die ambulante Versorgung öffnen. Dazu Herold: „Gerade einmal zehn Prozent der Absolventen der Facharztrichtung Allgemeinmedizin lassen sich nieder. Es müssen neue Wege gefunden werden, um die Ärzte zur Facharztweiterbildung und zur ärztlichen Tätigkeit zu bewegen. Dazu gehört nicht nur ein Verdreifachung des Thüringen-Stipendiums, sondern auch die Möglichkeit der Anstellung in kommunalen medizinischen Versorgungszentren.“