Landesregierung zeichnet Horrorszenario bei der Inklusion – AfD erneuert Forderung nach einem Moratorium

Aus dem Strategiepapier der Landesregierung für den Bereich Inklusion geht hervor, dass das langfristige Ziel der Landesregierung weiterhin die Abschaffung der Förderschulen ist. Die Landesregierung informiert, dass es seit 2008 die Thüringer Forschungs- und Arbeitsstelle für Inklusion gibt. Eine öffentlich zugängliche Bewertung des gemeinsamen Unterrichts und der Auswirkungen auf behinderte wie nicht behinderte Kinder liegt allerdings bis heute nicht vor.

Dazu sagt Wiebke Muhsal, bildungspolitische Fraktionssprecherin:

„Die Landesregierung gibt zu, dass ihr Plan, fortan keine Kinder mehr in Förderschulen aufzunehmen, am breiten Widerstand der Lehrer- und Elternvertreter scheitert. Statt diesen Plan fallen zu lassen, nimmt die Landesregierung nun den Weg durch die Hintertür, indem sie Mindestgrößen für Förderschulen festlegt, die derzeit nicht erreicht werden. Die eigentliche Aufgabe der Förderschulen geht zudem völlig unter, wenn man sie zu ‚Kompetenzzentren‘ weiterentwickelt und sie so zu Schulen ohne Schüler macht. Das ist für die betroffenen Lehrer wie auch die auf sonderpädagogische Betreuung angewiesenen Schüler ein Horrorszenario. Ich wiederhole hiermit die Forderung der AfD-Fraktion, in Thüringen ein Moratorium im Bereich Inklusion zu verhängen.

Statt Lehrer zu entlasten, suggeriert die Landesregierung, die fehlende sächliche und personelle Ausstattung könne durch eine im Studium erlernte Methodenkompetenz ausgeglichen werden. Das ist der vollkommen falsche Weg. Der hochwertige, differenzierte Ausbildungsweg, den ein Sonderpädagoge durchläuft, ist mit einzelnen Weiterbildungskursen für Lehrer, die sich eigentlich bewusst für Schulart und -fach entschieden haben, in keiner Weise zu vergleichen.

Regelschulen attestiert die Landesregierung, keine Perspektive zu haben, gleichzeitig will sie die Gemeinschaftsschulen unter anderem durch Besserbezahlung der Lehrer ‚aufwerten‘. Das ist doch insgesamt nichts anderes als die Hinwendung zum Einheitslehrer in einer Einheitsschule. Diese hochgradig leistungsfeindliche Entwicklung lehnen wir ab.“