MdL Corinna Herold: Blutspenden – Sicherheit hat Vorrang vor sonstigen politischen Erwägungen!

Blutspenden – Sicherheit hat Vorrang

 Im Koalitionsvertrag der Parteien DIE LINKE, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wird angekündigt , dass sich die Koalition für einen diskriminierungsfreien Zugang Homo- und Bisexueller zur Blutspende einsetzen wird. Tatsächlich sind nach den derzeit geltenden Richtlinien der Bundesärztekammer Männer, die Sexualverkehr mit  Männern haben (MSM) von der Blutspende ausgeschlossen.

Dieser Ausschluss aus dem Kreis potentieller Spender erfolgte über das Anfang der  90er Jahre erlassene Transfusionsgesetz. Anlass hierfür war ein Skandal. Mehr als 1000 Patienten starben an den Folgen HIV-verseuchter Blutkonserven. Um Patienten vor HIV- oder Hepatitis-Infektionen zu schützen, werden seitdem potentielle Spender aus bestimmten Risikogruppen abgelehnt. Dies gilt z. B. wegen der BSE-Gefahr für Personen, die sich in der Zeit von 1. Januar 1980 bis 31. Dezember 1996 insgesamt länger als sechs Monate in Großbritannien oder Nordirland aufgehalten haben. Es gilt auch für Prostituierte, Drogensüchtige und chronisch an Hepatitis B Erkrankte und eben auch für die Risikogruppe MSM. Der Grund für den letztgenannten Ausschluss von der Blutspende ist, dass nach den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) HIV-Neuinfektionen bei MSM im Vergleich zu heterosexuellen Männern ca. 100-fach häufiger sind. Diese Risikoeinschätzung wird durch die Analyse der tatsächlich stattgefundenen HIV-Übertragungen durch Blutprodukte bestätigt.

Zur Klärung der möglichen Belastung einer Blutkonserve müssen alle Spender heute zwar einen sehr persönlichen Fragebogen beantworten. Im Rahmen von Untersuchungen mit Spendern nach einer diagnostizierten HIV-Infektion ist allerdings deutlich geworden, dass die Personen zum großen Teil Risiken für die Infektion vor der Spende nicht angegeben haben. Fünf von sechs der im Zeitraum von 1997 bis 2011 bekanntgewordenen HIV-Übertragungen durch Transfusionen hätten laut der Auswertung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Bundesärztekammer vermieden werden können, wenn die involvierten Spender die derzeit gültigen Ausschlusskriterien angegeben hätten.  Nach einer Berichterstattung in den Medien (vgl. ntv ” Warum Schwule nicht Blut spenden dürfen” von Christian Rothenberg, Art. vom 27.01.2014) soll es sogar Vereine und Gruppen geben, die aus Protest explizit dazu auffordern, falsche Angaben zu machen.

Aktuell wird als Alternative zum dauerhaften Ausschluss der Risikogruppe MSM ein Wechsel zur zeitlich befristeten Rückstellung, abhängig vom letzten Zeitpunkt des Risikoverhaltens diskutiert. Überzeugen kann dies vor dem Hintergrund der oben dargestellten Faktenlage nicht. Auch die in diesem Zusammenhang vorgetragenen Modellrechnungen, die auf epidemiologischen Daten und vielen Hypothesen beruhen, haben nur eine begrenzte Aussagekraft.

Corinna Herold, AfD-Abgeordnete im Thüringer Landtag meint daher:

“Die Toleranz gegenüber homosexuellen Menschen ist der AfD wichtig und wird von uns unterstützt. Der Schutz der Empfänger von Blutprodukten muss aber Vorrang vor sonstigen politischen Erwägungen haben. Es geht hierbei schließlich um das Leben von Menschen. Die Blutspende eignet sich nicht zur Instrumentalisierung für die Gleichstellung homosexueller Männer, denn eine Gleichbehandlung ist nur bei vergleichbaren Sachverhalten möglich ist. Das ist bei einem hundertfach erhöhten Risiko schlicht nicht der Fall. Folglich ist der Ausschluss der Risikogruppe MSM von der Blutspende auch keine sachlich ungerechtfertigte Diskriminierung, wie es Rot-Rot-Grün im Koalitionsvertrag suggeriert. ”

AfD - Fraktion im Thüringer Landtag,
Lutz Klaus, Pressesprecher