Es fehlt an allem: Inklusion in Thüringer Schulen gescheitert

Der Verband Bildung und Erziehung Sachsen-Anhalt und der Thüringer Lehrerverband stellten heute auf einer Pressekonferenz die Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Studie zur Inklusion in den Schulen vor.

Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, Wiebke Muhsal:

„Die Ergebnisse der repräsentativen Studie bestätigen unsere Kritik an dem desolaten flächendeckenden Inklusionsvorhaben der Landesregierung und sind gleichzeitig erschreckend, weil die Zustände teilweise noch schlimmer sind als bislang angenommen. Dass beispielsweise Kinder mit Behinderung, die während des Schultages Medikamente benötigen, entweder auf die Eltern angewiesen oder gar auf sich selbst gestellt sind, ist skandalös. Dass mittlerweile jeder sechste Lehrer in Thüringen aus blanker Not heraus diese Aufgabe zusätzlich zum Schulalltag übernimmt und dafür kein medizinisches Fachpersonal bereit gestellt wird, zeigt, wie wenig Rücksicht auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern bei einer maßlosen Inklusion genommen wird.

Zu solchen besonderen Problemen kommen die strukturellen Probleme hinzu: Die Schülerzahl in Klassen, in denen inklusiv unterrichtet wird, wurde in fast 90 Prozent aller Fälle vergrößert oder beibehalten. Das bedeutet, den Lehrern wurden alle Schwierigkeiten der Inklusion zusätzlich zu den bereits vorhandenen Unterrichts- und Bürokratieaufgaben aufgebürdet.

Jede Dritte Lehrkraft, die in inklusiven Klassen unterrichtet, hat keinen Ansprechpartner, um fachlichen Rat einzuholen. Es sagen auch über 80 Prozent der Lehrer, dass es an ihrer Schule keine Maßnahmen bei der Bewältigung von physischen und psychischen Belastungen durch die Inklusion gibt. Über 80 Prozent der Lehrkräfte geben an, dass Inklusion kein Teil ihrer Ausbildung war, ein Viertel aller Lehrer hat an keinerlei Fortbildung zum Thema Inklusion teilgenommen. Das ist insofern folgerichtig, als dass Fortbildungen ohnehin in keiner Weise an die grundständige sonderpädagogische Ausbildung heranreichen können, die auf die besonderen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Es zeigt aber auch, dass die Lehrer einfach ins kalte Wasser geschmissen werden und eine Aufgabe übernehmen sollen, für die sie sich weder in ihrem Ausbildungsweg entschieden haben, noch dafür ausgebildet wurden. Diese Zustände sind genau das, was wir als AfD seit langem kritisieren.

Unter solchen Bedingungen ist guter Unterricht kaum mehr möglich, trotzdem ist die Inklusionsquote in Thüringen überdurchschnittlich hoch. Diese Landesregierung schafft mit ihrer ideologiegetriebenen Politik Missstände in den Schulen, die unerträglich sind. Die Inklusion in Thüringer Schulen ist gescheitert! Die Mehrheit der Lehrer gibt der AfD darüber hinaus in einem wichtigen Aspekt recht: Die bisherigen Förder- und Sonderschulden sollen alle erhalten werden.“