Am Montag wurde vom Thüringer Infrastrukturministerium die Umstellung der Schwarzatalbahn ab Januar 2022 auf Brennstoffzellen-Fahrzeuge europaweit ausgeschrieben. Es wird ein Betreiber gesucht, der die Strecke zwischen Rottenbach und Katzhütte im Kreis Saalfeld-Rudolstadt zehn Jahre lang mit Wasserstoffzügen befährt. Bereits Ende Juli hatte Verkehrsminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) angekündigt, die Strecke im Schwarzatal als ‚Sprungbrett‘ für eine ab 2028 angestrebte Umstellung des gesamten Südthüringer Dieselnetzes auf Wasserstoff zu erproben. Der künftige Betreiber wird verpflichtet, ausschließlich ‚grünen Wasserstoff‘ zu verwenden. Dieser wird beim Elektrolyse-Herstellungsverfahren mit Strom aus Wind-, Sonnen- oder Biomassenenergie produziert.

Thomas Rudy, verkehrspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, erklärt hierzu:

„Die ideologische Fokussierung der rot-rot-grünen Landesregierung auf den ‚grünen Wasserstoff‘ ist verkehrspolitisch absurd. Der Betrieb des Schienenpersonennahverkehrs ist gerade im ländlichen Raum oft ein defizitäres Geschäft, auch wenn Dieseltriebwagen eingesetzt werden. Wenn nun aber signifikant teurere Züge mit einem Treibstoff betrieben werden müssen, der außer ideologischer ‚Reinheit‘ keine Vorteile mit sich bringt, dafür jedoch erheblich teurer und schwieriger zu beschaffen ist, wird dies nur über massive Landeszuschüsse möglich sein. Es reicht nicht, auf sinkende Treibstoffkosten zu hoffen, wenn diese alles andere als in Reichweite sind. Im Gegenteil ist sogar eine Verteuerung des ‚grünen Wasserstoffs‘ zu befürchten, wenn die Nachfrage aufgrund der Experimentierfreudigkeit der Politik stark steigt.

Die Thüringer Landesregierung sollte sich zuvorderst um die Mobilität ihrer Bürger kümmern und eine bessere Anbindung des ländlichen Raums an das Nahverkehrsnetz in den Fokus nehmen. Um einen weniger kostenintensiven Betrieb der Schwarzatalbahn zu ermöglichen, wäre es notwendig, auch anderen Wasserstoff als Treibstoff zu nutzen oder gleich moderne Dieseltriebwagen zu nutzen. Mobilitätsexperimente sollte Verkehrsminister Hoff der Wissenschaft und der Industrie überlassen und diese nicht selbst mit äußerst zweifelhaftem Ausgang auf Kosten der Thüringer Steuerzahler durchführen!“