Die Entscheidung des Onlinehändlers Zalando, den Logistikstandort Erfurt zum Ende September 2026 vollständig zu schließen, trifft rund 2.700 Beschäftigte und ist ein schwerer Schlag für den Wirtschaftsstandort Thüringen. Wieder einmal zeigt sich, dass die Landesregierung nicht in der Lage ist, Arbeitsplätze zu sichern und industrielle Wertschöpfung im eigenen Land zu halten.
Während der stationäre Handel in der Corona-Zeit politisch bewusst eingeschränkt wurde, profitierten große Onlinekonzerne massiv von diesen Entscheidungen. Jetzt, nachdem Gewinne gemacht wurden, ziehen diese Unternehmen weiter und es bleiben Arbeitslosigkeit und Kahlschlag zurück. Dass Standortentscheidungen offenbar ausschließlich nach Konzernlogik und ohne jede regionale Verantwortung getroffen werden, ist ein Ergebnis einer fehlgeleiteten Wirtschafts- und Standortpolitik. Der Standort Erfurt bietet beste Voraussetzungen mit zentraler Lage, leistungsfähiger Verkehrs- und Logistikinfrastruktur und einer Schlüsselrolle zwischen Ost- und Westeuropa. Dennoch wird Mitteldeutschland bei unternehmerischen Zukunftsentscheidungen erneut abgehängt, während Investitionen in anderen Regionen vorgezogen werden. Die Verlagerung von Kapazitäten nach Gießen ist ein weiteres Signal dieser strukturellen Benachteiligung.
Der Wirtschaftspolitische Sprecher Pascal Wloch dazu wörtlich:
»Wir nehmen zur Kenntnis, dass Vertreter der Thüringer Landesregierung Stellungnahmen abgeben und Betroffenheit äußern. Doch diese Kassandra-Gesänge helfen niemandem. Jammern ersetzt kein Handeln. Bei 2.700 Beschäftigten, deren berufliche Zukunft am seidenen Faden hängt, wird das politische Versagen unübersehbar.
Wer jetzt nur klagt, statt Verantwortung zu übernehmen und konkrete Lösungen vorzulegen, lässt die Menschen im Stich. Thüringen braucht keine Worte des Bedauerns, sondern entschlossenes politisches Handeln. Dieses Handeln ist mit der Brombeer-Koalition aber nicht zu erwarten. Diese Koalition der Verlierer verwaltet in Wahrheit nur noch den staatlich organisierten Konkurs«