Die Aberkennung des akademischen Grades von Ministerpräsident Mario Voigt wirft ein grelles Licht auf das politische Selbstverständnis eines Mannes, für den das Amt alles, Inhalte oder Überzeugungen aber überhaupt nichts bedeuten.

Mario Voigt hat sich nicht nur einen Doktortitel erschlichen, sondern faktisch auch das Amt des Ministerpräsidenten. Als »23-Prozent-Mann« hat er gegen den erkennbaren Willen vieler Thüringer Wähler ein politisches Bündnis zusammengeführt, das inhaltlich nicht zusammenpasst. Auch deswegen erodiert das Vertrauen in der Bevölkerung – mittlerweile haben die Brombeer-Koalitionäre zusammen weniger Zustimmung als die mit Abstand stärkste Kraft, die AfD.

Mario Voigt hat nicht nur seine Wähler getäuscht, er hat nicht nur die Würde der Universität Chemnitz beschädigt, sondern vor allem dem Freistaat Thüringen einen schweren Schaden zugefügt. In der Geschichte Thüringens war ein politischer Rücktritt kaum je überfälliger als in diesem Fall.