Thüringen bleibt beim Glasfaserausbau bundesweit Schlusslicht. Seit Jahren wird geplant, gefördert und angekündigt, was das Zeug hält. Das Ergebnis ist ernüchternd: Trotz Millionen an Fördermitteln warten vielerorts Haushalte bis heute auf den Anschluss, der ihnen längst versprochen wurde. Die regionalen Unterschiede sind massiv, und für viele Bürger bleibt weiterhin unklar, ob überhaupt jemals gebaut wird.
Während draußen noch Funklöcher gepflegt und Router zur Geduldsprobe werden, präsentiert das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur nun ein neues Vorzeigeprojekt: einen Podcast. Unter dem Titel »Bits & Bratwurst« sprechen Minister Schütz und Staatssekretärin Starke in der ersten Folge »Zwischen Glasfaser und Grillrost« über Digitalpolitik, locker und ohne Zeitdruck. Man könnte fast meinen, die Digitalisierung werde jetzt nicht mehr ausgebaut, sondern besprochen.
Der Podcast ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums und der Digitalagentur Thüringen GmbH. Umso naheliegender ist die Frage: Wie viel Geld fließt eigentlich in dieses Audioformat? Und warum investiert man Ressourcen in wohlklingende Gespräche über Lösungen, statt in Lösungen selbst?
Dazu Denis Häußer, Sprecher für Digitalisierung der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag:
»Während Thüringen beim Glasfaserausbau weiter hinterherhinkt, produziert das Ministerium Podcasts. Die Bürger brauchen stabile Netze und schnelle Anschlüsse – keine Studiogespräche über Visionen. Digitalisierung entsteht nicht am Mikrofon, sondern im Boden.«