Die Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt mit rund 2.700 unmittelbar und etwa 300 mittelbar betroffenen Arbeitsplätzen ist nach Auffassung des wirtschaftspolitischen Sprechers der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Jörg Prophet, kein Einzelfall, sondern Ausdruck grundlegender Fehlentwicklungen in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Förderpolitik des Landes. Trotz rund 22 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln sei es nicht gelungen, eine langfristige Standortbindung wirksam abzusichern. Gleichzeitig seien Anträge der AfD auf umfassende Anhörungen zur Aufklärung der Vorgänge in den Ausschüssen abgelehnt worden. Der Fall zeige damit sowohl strukturelle Schwächen in der Förderpraxis als auch Defizite bei Transparenz und politischer Konsequenz.
Prophet fordert eine vollständige Offenlegung aller Maßnahmen und Kosten im Zusammenhang mit der Standortschließung sowie eine klare Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik. Dazu gehörten eine Beteiligung des Unternehmens an den sozialen Folgekosten, die Prüfung längerer Zweckbindungsfristen und wirksame Rückforderungsmechanismen bei Fördermitteln. Zugleich müsse die Förderung stärker auf regional verwurzelte kleine und mittelständische Unternehmen konzentriert werden. Angesichts von mehr als 73.000 Arbeitslosen im Freistaat stelle sich zudem die Frage nach der Prioritätensetzung in der Arbeitsmarktpolitik. Steigende Energiekosten, wachsende Bürokratie, hohe Abgabenlast und fehlende Planungssicherheit machten Thüringen zunehmend unattraktiv; Subventionen allein könnten diese strukturellen Nachteile nicht ausgleichen.
Dazu der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag Jörg Prophet wörtlich:
»Der eigentliche Skandal ist nicht das Verhalten eines gewinnorientierten Konzerns, sondern eine Politik, die es über Jahre versäumt hat, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen. Wer Millionen an Steuergeld erhält, muss Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig darf der Sozialstaat nicht dauerhaft die Folgekosten politischer Fehlanreize tragen. Wir brauchen klare Förderregeln, Priorität für unsere einheimischen Arbeitnehmer und eine konsequente Stärkung des Mittelstands. Thüringen muss wirtschaftliche Substanz sichern, statt auf kurzfristige Subventionsmodelle zu setzen«.