Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat am gestrigen Tag ein Maßnahmenpaket gegen Unterrichtsausfall und Lehrermangel an den Thüringer Schulen veröffentlicht. Die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag begrüßt einige der darin genannten Punkte – insbesondere die Entlastung der Lehrer von bürokratischen Aufgaben, welche die Fraktion schon seit langem fordert. Doch mehrere andere Vorhaben laufen Gefahr, die Lage an den Thüringer Schulen noch zu verschärfen, anstatt Abhilfe zu leisten.
Denny Jankowski, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, führt aus:
»Die Entscheidung des Bildungsministers, die Altersabminderung von 55 auf 60 Jahre zu verschieben, geht komplett in die falsche Richtung. Gerade in Thüringen steigen Lehrer stress- und krankheitsbedingt früh aus dem Lehrberuf aus. Ihre Entlastung um fünf Jahre hinauszuzögern ist kein Anreiz, länger zu lehren, sondern früher zu gehen. Vor diesem Hintergrund steht auch das neue Ansparkonto unter keinem guten Stern. Wie sollen die Lehrer darauf vertrauen können, dass ihre angesparten Stunden später auch honoriert werden, wenn das Bildungsministerium so unberechenbar handelt?
Klärungsbedarf besteht überdies beim Einsatz von Fachpraxislehrern im fachtheoretischen Unterricht. Den leisten die Fachpraxislehrer nämlich jetzt schon, weil der Unterricht sonst gar nicht abgedeckt werden könnte. Ihr Anliegen war daher stets, für diese Arbeit auch angemessen besoldet zu werden. Aber davon ist im Maßnahmenpaket keine Rede. Vielmehr scheint es so, dass die bestehende Praxis einfach legalisiert wird und man auf dem Rücken der Fachpraxislehrer weitermacht wie bisher. Eine ehrliche und nachhaltige Bildungspolitik geht anders.«