Die aktuelle Überlastung der Bahnverbindung Gera–Leipzig und die zunehmenden Probleme im Ost-West-Verkehr zeigen sich laut Fahrgastberichten in überfüllten Zügen, unzumutbaren Zuständen an Haltepunkten und einer Infrastruktur, die den Anforderungen des Alltags längst nicht mehr gerecht wird.

Besonders deutlich wurde dies bei einem Vorfall am 22. April 2026: Eine Mutter mit ihrer dreijährigen Tochter konnte in Mehltheuer aufgrund eines überfüllten Zuges nicht mehr zusteigen und strandete an einem Haltepunkt ohne grundlegende Infrastruktur wie Warteraum oder sanitäre Anlagen. Erst durch das Eingreifen der Bundespolizei wurde die Weiterreise ermöglicht.

Hierzu erklärt der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Marcel Kramer:

»Was Pendler und Familien auf Thüringens Schienen erleben, ist das Ergebnis jahrelanger politischer Untätigkeit. Während die Landesregierung große Ankündigungen macht, verschlechtert sich die Realität für die Bürger spürbar. Überfüllte Züge, fehlende Kapazitäten und unzureichend ausgestattete Haltepunkte sind keine Einzelfälle, sondern Ausdruck eines strukturellen Problems. Es ist bezeichnend, dass selbst grundlegende Anforderungen an eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur nicht mehr erfüllt werden. Statt gezielt in den Ausbau stark frequentierter Strecken zu investieren, verliert man sich in Ankündigungen und Zuständigkeitsdebatten.

Die Mitte-Deutschland-Verbindung und leistungsfähige Ost-West-Verbindungen werden seit Jahren verschleppt, während die Belastung für Pendler weiter steigt. Thüringen braucht endlich klare Prioritäten: mehr Kapazitäten auf stark belasteten Strecken, eine bessere Ausstattung der Umsteigepunkte und echten politischen Druck beim Infrastrukturausbau. Die Landesregierung darf sich nicht länger hinter Berlin und formalen Zuständigkeiten verstecken, sondern muss endlich selbst politischen Druck aufbauen.«