PFAS sind synthetische Stoffe einer großen Stoffgruppe mit einer hohen Stabilität oder Langlebigkeit. Aufgrund ihrer Eigenschaften erfahren sie einen breiten Einsatz in der Industrie und in zahlreichen Produkten. Sie werden in der Umwelt nahezu nicht abgebaut, verbleiben langfristig in Gewässern, Böden und Organismen und reichern sich dort an. Sie werden daher auch als sogenannte Ewigkeitschemikalien bezeichnet. Die Entfernung von PFAS aus der Umwelt ist nur eingeschränkt und unter hohem technischem und finanziellem Aufwand möglich. Derzeit erfolgt die Reinigung insbesondere über Aktivkohle, Auswaschung oder über Hochtemperaturverfahren und birgt wiederum Risiken für die Umwelt. PFAS-belastete Böden können auch auf entsprechenden Deponien abgelagert werden. Stoffe der PFAS-Gruppe werden als besonders besorgniserregend eingestuft, weil sie negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben. Einige gelten als krebserregend.
PFAS gelangen über verschiedene Eintragspfade in die Umwelt, also Gewässer, Abwasser, Boden und Luft, reichern sich dort an und gelangen so in die Nahrungskette. Berichte über Warnungen vor dem Verzehr beispielsweise von Wildschweinprodukten, aber auch die Forderung nach Informationsweitergabe durch Beratungen über Verzehrempfehlungen von Fischprodukten nehmen aktuell zu. Auch im Zusammenhang mit dem Ausbau der Windindustrie sind PFAS-Einträge, insbesondere durch Abrieb, als bisher unzureichend berücksichtigte Belastungsquelle systematisch zu erfassen und in die Risikobewertung einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund ist die derzeitige Praxis bestehender Grenzwerte und der Messung dieser Grenzwerte als unzureichend zu bezeichnen, da ein großer Teil der PFAS-Gruppe keiner Testung unterliegt und existierende Grenzwerte einer Überprüfung bedürfen. Zwar gelten seit Januar 2026 im EU-Raum strengere Grenzwerte beim Trinkwasser, andere Bereiche sind jedoch von einer stärkeren Überprüfung ausgenommen oder nicht hinreichend abgebildet. Damit geht eine ungenügende Datengrundlage für die Beurteilung der Auswirkungen von PFAS auf die Umwelt und die Gesundheit des Menschen einher. Es besteht daher ein erhöhter Bedarf an belastbaren Daten sowie an einer Erweiterung der Überwachung durch den Ausbau von Messungen und Untersuchungen. Gleichzeitig ist die landesbezogene Forschung zu PFAS-freien Alternativen und zu Eintrags- und Wirkungspfaden deutlich auszuweiten und gezielt zu fördern, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft im Freistaat zu gefährden. Bestehende wissenschaftliche Kompetenzen im Freistaat sind dabei gezielt einzubinden und auszubauen; so forscht etwa die Friedrich-Schiller-Universität Jena an PFAS und möglichen Alternativen. Das Ziel sollte ein besseres Monitoring und der Einsatz alternativer, umweltverträglicherer Stoffe sein, um den Eintrag von PFAS in Gewässer, Boden und Luft zu reduzieren. Die Landesregierung ist aufgefordert, im Sinne der Umwelt und der Gesundheit des Menschen zu agieren.