Der Kyffhäuserkreis zählt zu den niederschlagsärmsten Regionen Thüringens. Bereits in den Antworten der Landesregierung auf die Kleinen Anfragen zur Trinkwasserversorgung und -qualität sowie zu den Auswirkungen sinkender Grundwasserstände (Drucksachen 8/2351, 8/1720, 8/1692, 8/1690, 8/1587, 8/1174, 8/304, 8/239) wurde die besondere Situation der Region thematisiert. In der Antwort auf die Kleine Anfrage 8/903 in der Drucksache 8/1690 erklärte die Landesregierung im Juli 2025, dass sich die damalige Trockenheit nach Auskunft der beiden im Kyffhäuserkreis tätigen öffentlichen Wasserversorgungszweckverbände bis dahin nicht auf die örtlich genutzten Grundwasserdargebote ausgewirkt habe. Aktuelle Berichte über sehr niedrige Wasserstände in Wipper und Unstrut sowie teilweise trockenfallende kleinere Gewässer und Bachläufe zeigen erneut die besondere Belastung des regionalen Wasserhaushalts. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich Grundwasserstände, Quellschüttungen, Rohwasserbeschaffenheit und Trinkwasserversorgung seit den bisherigen Antworten entwickelt haben und welche Folgen bei einer Fortdauer der Trockenheit zu erwarten sind. Wir fragen die Landesregierung:

1. Wie haben sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen an den Messstellen des Landesmessnetzes im Kyffhäuserkreis seit Januar 2025 bis zum aktuell verfügbaren Stand entwickelt (bitte nach Messstelle, Datum beziehungsweise Messzeitraum, aktuellem Messwert, langjährigem Mittel sowie Einstufung des Grundwasserstands aufschlüsseln)?

2. An welchen Grundwassermessstellen im Kyffhäuserkreis wurden im Jahr 2026 bislang niedrige, sehr niedrige oder extrem niedrige Grundwasserstände festgestellt und über welchen Zeitraum bestanden diese Zustände jeweils?

3. Welche Auswirkungen hat die Trockenheit des Jahres 2026 bislang auf die zur öffentlichen Trinkwasserversorgung genutzten Grundwasserdargebote im Verbandsgebiet des Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverbandes (KAT) sowie des Trinkwasser- und Abwasserzweckverbandes Helbe-Wipper (TAZ)?

4. Haben sich seit der Beantwortung der Kleinen Anfrage 8/903 in der Drucksache 8/1690 Erkenntnisse ergeben, wonach einzelne Brunnen, Wassergewinnungsanlagen oder Quellen geringere Fördermengen aufweisen oder deren nachhaltige Förderleistung eingeschränkt ist, und, wenn ja, welche Anlagen sind in welchem Umfang betroffen?

5. Wie haben sich die Rohwasser- und Trinkwasserwerte im Verbandsgebiet des KAT seit dem Jahr 2025 entwickelt, insbesondere hinsichtlich Nitrat, Uran, elektrischer Leitfähigkeit und weiterer aufgrund der Trockenheit beziehungsweise der Rohwasserbeschaffenheit relevanter Parameter (bitte nach Wassergewinnungsanlage beziehungsweise Versorgungsgebiet und Messzeitpunkt aufschlüsseln)?

6. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung zu qualitativen Veränderungen des Roh- oder Trinkwassers infolge längerer Trockenphasen beziehungsweise infolge von Niederschlagsereignissen nach längeren Trockenphasen vor, insbesondere hinsichtlich möglicher Belastungsspitzen bei Nitrat oder anderen Stoffen? 7. Mussten im Jahr 2026 bislang Fördermengen reduziert, Brunnen anders bewirtschaftet, Wasser zwischen Versorgungsgebieten umgeleitet oder zusätzliche technische beziehungsweise betriebliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung vorgenommen werden und, wenn ja, welche Maßnahmen betrafen welche Versorgungsgebiete?

8. Sind der Landesregierung beziehungsweise den zuständigen Behörden Einschränkungen, Nutzungskonflikte oder besondere Risiken hinsichtlich der Trinkwasserversorgung im Kyffhäuserkreis infolge der aktuellen Trockenheit bekannt oder werden solche bei Fortdauer der Trockenheit erwartet?

9. Welche Auswirkungen der aktuellen Trockenheit auf Oberflächengewässer, Gewässerökologie und Grundwasserneubildung im Kyffhäuserkreis sind der Landesregierung bekannt, insbesondere hinsichtlich der Wipper, der Unstrut und kleinerer Zuflüsse beziehungsweise Bachläufe?

10. Wie bewertet die Landesregierung die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser im Kyffhäuserkreis für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 und welche Entwicklung erwartet sie bei einer Fortsetzung der gegenwärtigen Trockenheit?

Vorgangsnummer im Thüringer Landtag

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