Nach einer am 11. August 2026 von uns begonnenen Abfrage in sozialen Medien wurde im Raum Bad Frankenhausen über einen deutlich wahrnehmbaren Chlorgeruch und Chlorgeschmack des Leitungswassers berichtet. Vergleichbare Wahrnehmungen werden nach unserer Kenntnis wiederkehrend aus Teilen des östlichen Kyffhäuserkreises gemeldet. Ein wahrnehmbarer Chlorgeruch erlaubt für sich genommen noch keine abschließende Beurteilung der gesundheitlichen Qualität des Trinkwassers, wirft aber Fragen nach Anlass, Umfang, Dauer und Überwachung der Desinfektion auf. Der Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverband weist darauf hin, dass das aus 31 Brunnen und drei Quellfassungen gewonnene Wasser regelmäßig beprobt und bei Bedarf mit Natriumhypochlorit desinfiziert wird. Seit dem 1. Juni 2026 führt der Verband nach eigener Mitteilung zudem Spülungen der Endhydranten im gesamten Verbandsgebiet zur Sicherung der Trinkwasserhygiene durch. Nach der Trinkwasserverordnung sind verwendete Aufbereitungsstoffe und ihre Konzentrationen aufzuzeichnen; über den Beginn einer Aufbereitung oder Desinfektion und die Konzentration eines zugesetzten Aufbereitungsstoffs sind die Betroffenen zu informieren. Organoleptisch wahrnehmbare nachteilige Veränderungen, insbesondere bei Geruch oder Geschmack, sind dem Gesundheitsamt unverzüglich anzuzeigen. Die nachfolgenden Fragen sind auf die aktuellen und wiederkehrenden Desinfektionsvorgänge sowie deren konkrete Ursachen beschränkt. Wir fragen die Landesregierung:

1. Wann und in welcher Form wurden Anschlussnehmer und Verbraucher über Beginn, Anlass, Umfang und voraussichtliche Dauer der Desinfektion sowie über die Konzentration des eingesetzten Aufbereitungsstoffs informiert?

2. Wie beurteilt die Landesregierung die erfolgte Verbraucherinformation im Hinblick auf die §§ 25 und 26 der Trinkwasserverordnung?

3. Besteht ein konkreter Zusammenhang zwischen dem nach unserer Kenntnis aktuell wahrgenommenen Chlorgeruch und den seit dem 1. Juni 2026 angekündigten Spülungen der Endhydranten, Arbeiten oder Schäden am Leitungsnetz, Druckschwankungen, Stagnationsbereichen, Änderungen der Brunnenbewirtschaftung oder veränderten Mischungsverhältnissen im Versorgungsgebiet; wenn ja, welcher?

4. Bei welchen vergleichbaren Ereignissen, denen jeweils welche Ursachen und Höchstwerte zugrunde lagen, kam es seit dem Jahr 2020 im Versorgungsgebiet des Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverbands zu einer verstärkten Chlorung oder zu gehäuften Beschwerden über Chlorgeruch beziehungsweise Chlorgeschmack?

5. Inwieweit sind diese Ereignisse auf konkrete technische, bauliche, betriebliche oder organisatorische Defizite zurückzuführen?

6. Welche Abhilfemaßnahmen sind für die in Frage 5 genannten Ereignisse mit welchem Zeit- und Kostenrahmen vorgesehen?

Vorgangsnummer im Thüringer Landtag

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