In Thüringen sind nach wie vor über 400 Lehrerstellen unbesetzt. Die Landesregierung verlässt sich bei der Besetzung dieser Stellen stark auf Quer- und Seiteneinsteiger, deren Anteil am Lehrpersonal einen neuen Höhepunkt erreicht hat. 29% der Neueinstellungen im Schulbetrieb haben kein Lehramtsstudium abgeschlossen.
Denny Jankowski, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, ist skeptisch:
»Der Landesregierung sind alle Mittel recht, um die offizielle Unterrichtsausfallquote zu senken – egal, ob Schüler und Lehrer darunter leiden. Quer- und Seiteneinsteiger können einen wichtigen Beitrag zum Schulwesen leisten, aber sie können ein Lehramtsstudium nicht ersetzen. Es gibt eben einen Unterschied zwischen einem Chemielehrer und einem Chemiker, den man nach einem dreimonatigen pädagogischen Crashkurs vor eine 8. Klasse stellt.
Wenn wir Quer- und Seiteneinsteiger dauerhaft im Unterricht halten wollen, brauchen sie mehr Vorbereitung, Unterstützung und berufsbegleitende Weiterqualifizierungsmaßnahmen – keinen Einstellungsturbo. Sonst werden sie vom Schulalltag überwältigt und scheiden nach kurzer Zeit wieder aus dem Lehrbetrieb aus. Auf diesem Weg mag die Landesregierung vielleicht die Ausfallstatistik aufhübschen. Aber gelöst hat sie den Lehrermangel damit noch lange nicht.«