Die Übernachtungszahlen im Thüringer Tourismus sind im ersten Halbjahr 2026 lediglich um 0,1 Prozent auf 4,6 Millionen gestiegen. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei nur 37 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der Campingübernachtungen um 7,3 Prozent, die der ausländischen Gäste um 2,3 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer verharrte bei lediglich 2,6 Tagen.

Dazu erklärt Jan Abicht, tourismuspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag:

» Ein Zuwachs von 0,1 Prozent ist kein Aufschwung, sondern Stillstand. Thüringen bleibt ein Kurzreiseziel mit schwacher Auslastung und zu geringer Wertschöpfung. Hochglanzwerbung ersetzt keine Gaststätte, keinen instand gesetzten Wanderweg und keinen modernen Wohnmobilstellplatz. Der Thüringer Wald bleibt mit fast 1,7 Millionen Übernachtungen das Rückgrat des Thüringer Tourismus. Doch die Landesregierung schöpft sein Potenzial nicht aus. Der Rennsteig muss endlich als wirtschaftliche Entwicklungsachse verstanden werden, für Gastronomie, Beherbergung, Handwerk, Handel und starke Kommunen.

Wir fordern deshalb ein neues Gastroinvestitionsprogramm, schnellere Genehmigungen für touristische Infrastruktur sowie gezielte Investitionen in Wanderwege, Beschilderung, Wohnmobilstellplätze und digitale Buchbarkeit. Angebote aus Natur, regionaler Küche, Geschichte, Gesundheit und Familienurlaub müssen sinnvoll miteinander verbunden werden.

Das Ziel ist deshalb klar:

Gäste sollen länger bleiben, mehr regionale Angebote nutzen und damit Wertschöpfung im ländlichen Raum sichern. Wer sich mit 0,1 Prozent zufriedengibt, gestaltet keinen Tourismus. Er verwaltet den Stillstand.«