Am 2. Februar 2022 führte massive Polizeigewalt in Hildburghausen zu mehreren teils schwer verletzten Corona-Spaziergängern. Die Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 8/3014 ergab nun: Alle elf Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt wurden eingestellt. Aus damaligen Berichten ist bekannt, dass eine ältere Dame wegen einer schweren Kopfverletzung ins Krankenhaus musste und dass einer 15-Jährigen die Schulter gebrochen wurde. Aufnahmen zeigen zudem heftige Schläge gegen bereits am Boden fixierte Demonstranten. Gleichwohl hält die Landesregierung die Einsatzmaßnahmen zur Durchsetzung der damaligen Hygienevorschriften für verhältnismäßig.

Wiebke Muhsal, Sprecherin der AfD-Fraktion für die Aufarbeitung des Corona-Unrechts, erklärt dazu:

»Um die „gültigen Hygienevorschriften“ durchzusetzen und vorgeblich die Gesundheit zu schützen, wurden bei diesem Einsatz Menschen von Polizisten krankenhausreif geschlagen. Die Landesregierung erklärt dieses überzogene Vorgehen noch heute für verhältnismäßig.

Dass die Verfahren gegen die beschuldigten Beamten von der weisungsgebundenen Staatsanwaltschaft ohne Auflagen eingestellt wurden, während Demonstranten unter anderem für bloße Beleidigungen Geldstrafen oder hohe Geldauflagen hinnehmen mussten, ist skandalös. Diese Vorgänge verlangen eine vollständige Aufarbeitung im Untersuchungsausschuss.«