CDU, SPD, BSW und die Linkspartei haben in den Ausschüssen des Thüringer Landtags eine Anhörung zur Casa „Zalando“ abgelehnt. Nach Auffassung der AfD-Fraktion zeigen die Kartellfraktionen damit kein ernsthaftes Interesse an Aufklärung oder Lösungen. Öffentlich werde Standort- und Arbeitsplatzsicherung beschworen, tatsächlich aber Transparenz verhindert. Auch was mit der Millionenförderung für Zalando schlussendlich passiert ist, konnten oder wollten die Regierungsparteien nicht beantworten.

Zwar hat das BSW eine Aktuelle Stunde zum Thema eingebracht, nach Ansicht der AfD ersetzt dies jedoch keine ernsthafte parlamentarische Aufarbeitung der sozialen Folgen.

Besonders problematisch seien die bislang ausgeblendeten sozialen Konsequenzen. Rund 2.000 der etwa 2.700 Beschäftigten seien gezielt aus dem Ausland angeworben und niedrig entlohnt worden und stünden nun vor der Arbeitslosigkeit. In der Folge müssten Sonderprogramme, Sprachförderung und intensive Betreuung durch die Bundesagentur für Arbeit aus Steuermitteln finanziert werden.

Dazu erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Pascal Wloch:

»Nach außen wird Verantwortung inszeniert, in den Ausschüssen aber jede echte Aufklärung blockiert. Die sozialen Folgekosten werden bewusst verschwiegen. Man hat Menschen aus dem Ausland angeworben, Fördergelder eingesetzt und überlässt sie nun dem Sozialstaat. Das ist weder sozial noch ehrlich gegenüber den Steuerzahlern.«