Die Forderungen der Funke-Mediengruppe nach staatlicher Unterstützung für die Verlagsbranche stoßen auf deutliche Kritik aus der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag. Anlass sind Aussagen der Aufsichtsratsvorsitzenden Julia Becker bei den Medientagen Mitteldeutschland in Leipzig, in denen sie unter anderem Plattformabgaben, Digitalabgaben und eine stärkere Regulierung von KI zugunsten der Verlage ins Spiel brachte.

Die AfD-Thüringen stellt diese Forderungen vor dem Hintergrund der Marktsituation und der Rolle großer Verlagshäuser in Thüringen grundsätzlich infrage. Kritische Stimmen verweisen zudem darauf, dass sich journalistische Ausrichtung und Tonalität mancher Regionaltitel aus dem Funke-Verbund aus Sicht von Beobachtern kaum von früheren „volkspädagogischen“ Ansätzen unterscheiden würden – bei allerdings deutlich gesunkenem Einfluss.

Der medienpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Jens Cotta, sagt dazu:

»Wer Geld vom Staat fordert, verliert das Recht, über Unabhängigkeit zu reden. Funke hält in Thüringen ein dokumentiertes Regionalzeitungsmonopol und erreicht statistisch jeden zweiten Thüringer – übernommen aus dem Besitz ehemaliger DDR-Parteizeitungen, nicht erarbeitet durch Qualität, wie es sich auch anhand der tagtäglichen Publikationen deutlich darlegen lässt.

Wenn dieser Konzern nun nach Staatsgeld ruft, sollte er zuerst erklären, warum seine Auflage eingebrochen ist. Die Ursache der Krise ist nicht fehlende Förderung, sondern ein Journalismus, der nicht mehr berichtet, sondern erzieht – und ein Publikum, das diesen Unterschied längst erkannt hat.«