Die Landwirtschaft in Thüringen steht unter erheblichem Druck. Insbesondere die stark gestiegenen Kosten für Energie, Kraftstoffe und Düngemittel treffen eine Branche, die in besonderer Weise auf stabile und bezahlbare Rahmenbedingungen angewiesen ist. Landwirtschaftliche Produktionsprozesse sind energie- und betriebsmittelintensiv, sodass Preissteigerungen in diesen Bereichen unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe durchschlagen.
Ein wesentlicher Teil dieser Kostenentwicklung ist politisch bedingt. Steuern, Abgaben und insbesondere die CO2-Bepreisung wirken als zusätzliche Kostentreiber und verschärfen die wirtschaftliche Lage der Betriebe. Gleichzeitig profitieren staatliche Haushalte von steigenden Preisen, während die landwirtschaftlichen Betriebe die Belastungen tragen. Hinzu kommt, dass viele Betriebe ihre gestiegenen Kosten nicht in vollem Umfang über den Markt weitergeben können. Die Preisbildung wird maßgeblich durch wenige große Akteure im Lebensmitteleinzelhandel beeinflusst, wodurch sich die Preisgestaltung zulasten der landwirtschaftlichen Betriebe verschiebt. Die Schere zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen ist weit geöffnet. Zusätzlich wird die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft durch ungleiche Wettbewerbsbedingungen beeinträchtigt. Importierte Agrarprodukte unterliegen häufig nicht denselben Standards wie in Deutschland erzeugte Lebensmittel. Dies führt zu Wettbewerbsverzerrungen und setzt die heimischen Betriebe zusätzlich unter Druck. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von Importen, was langfristig Risiken für die Versorgungssicherheit birgt. Parallel dazu bindet die hohe Bürokratiedichte erhebliche Ressourcen in den Betrieben. Mehrfachmeldungen, ineffiziente digitale Verfahren und unverhältnismäßige Dokumentationspflichten führen zu vermeidbarem Verwaltungsaufwand. Eine konsequente Vereinfachung der Verfahren sowie die bessere Nutzung bereits vorhandener Daten sind daher dringend erforderlich. Auch der Thüringer Bauernverband e. V. hat in diesem Zusammenhang einen umfangreichen Forderungskatalog zum Bürokratieabbau vorgelegt. Defizite bestehen weiterhin im Bereich der landwirtschaftlichen Ausbildung. Verzögerungen und Unsicherheiten bei Prüfungsverfahren infolge personeller Engpässe belasten die Betriebe und gefährden die Nachwuchsgewinnung. Vor diesem Hintergrund ist ein entschlossenes politisches Handeln erforderlich. Ziel muss es sein, die landwirtschaftlichen Betriebe spürbar zu entlasten, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Kosten zu senken.