Die Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage »Gewalt, Bedrohungen und sexuelle Übergriffe gegenüber Beschäftigten im Gesundheitswesen in Thüringen« (Drucksache 8/3847) offenbart einen zentralen Handlungsbedarf: Obwohl Gewalt gegen Pflegekräfte, Ärzte sowie weitere Beschäftigte im Gesundheitswesen seit Jahren bekannt ist, liegen der Landesregierung nach eigenen Angaben keine belastbaren statistischen Erkenntnisse über Umfang, Entwicklung und Schwerpunkte dieser Vorfälle in Thüringen vor.
Die Landesregierung stellt zwar ausdrücklich fest, dass Gewalt, Bedrohungen und sexuelle Übergriffe gegenüber Beschäftigten im Gesundheitswesen nicht hinnehmbar sind und der Schutz dieser Berufsgruppen besondere Priorität genießt. Es scheint jedoch der politische Wille zu fehlen, die Hintergründe der Taten aufzuklären.
Dazu erklärt der Sprecher für Feuerwehr und Katastrophenschutz, für Soziales und Familien der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Stephan Steinbrück:
»Die Landesregierung bestätigt die Problemlage, kann deren Ausmaß in Thüringen aber nicht beziffern. Das ist unbefriedigend. Wer Gewalt gegen Pflegekräfte, Ärzte und Rettungskräfte im Freistaat wirksam bekämpfen will, muss wissen, wo, wie häufig und unter welchen Umständen sie auftritt, um Beschäftigte im Gesundheitswesen wirksam zu schützen. Die Landesregierung darf also nicht auf die Veröffentlichung bundesweiter Statistiken warten, sondern muss endlich selbst tätig werden.«