Die Antworten auf mehrere Kleine Anfragen der AfD-Abgeordneten Ringo Mühlmann und Jens Cotta zeigen erhebliche Kontrolllücken beim Einsatz generativer KI in der Thüringer Staatskanzlei. Bei Reden und Gastbeiträgen des Ministerpräsidenten wird der KI-Einsatz nicht systematisch dokumentiert.

Im zurückgezogenen FAZ-Gastbeitrag waren Wissenschaftlerzitate nicht belegt, ebenso ein Zitat in einer Rede zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Öffentliche Korrekturen blieben aus. Gleichzeitig gab die Landesregierung 2025 rund 16.000 Euro für externe Reden- und Textleistungen aus, ohne konkret offenzulegen, welche Texte bearbeitet wurden.

Ringo Mühlmann, innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, erklärt:

»Die Staatskanzlei erlaubt externe KI-Systeme in ihrer öffentlichen Kommunikation, kann danach aber weder zuverlässig sagen, welches System eingesetzt wurde, noch wie dessen Ergebnisse geprüft wurden. Wo dienstliche Abläufe, externe Auftragnehmer und möglicherweise sensible Daten zusammenkommen, braucht es klare Regeln, Dokumentation und Kontrolle. Eine erneute ‚Sensibilisierung‘ ersetzt keine Aufsicht – sie zeigt vielmehr, dass die bisherige Kontrolle nicht funktioniert hat.«

Jens Cotta, medienpolitscher Sprecher, ergänzt:

»Mario Voigt kann sich weder hinter Mitarbeitern noch hinter künstlicher Intelligenz verstecken. Die Landesregierung bestätigt selbst: Die politische Verantwortung bleibt beim Ministerpräsidenten. Ein amtlicher Gastbeitrag wird zurückgezogen, Zitate sind nicht belegbar, Korrekturen bleiben aus und der KI-Einsatz wurde nicht dokumentiert. Das ist keine technische Panne, sondern Führungsversagen.«