Die Thüringer Wirtschaft ist im ersten Halbjahr 2026 erneut geschrumpft. Nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent. Damit ist Thüringen Schlusslicht aller Bundesländer, während die deutsche Wirtschaft insgesamt um 0,9 Prozent wuchs.

Noch im März hatte Ministerpräsident Mario Voigt angesichts des leichten Wachstums 2025 eine wirtschaftliche »Trendwende« ausgerufen und erklärt, nach zwei schwierigen Jahren wachse die Thüringer Wirtschaft wieder. Die aktuellen Zahlen zerstören diese Erzählung.

Dazu erklärt Jörg Prophet, wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag:

»Ex-Dr. Mario Voigts wirtschaftliche ‚Trendwende‘ hat sich innerhalb weniger Monate als Wunschdenken erwiesen. Thüringen wächst nicht – Thüringen schrumpft. Mit einem realen Minus von 0,8 Prozent sind wir Schlusslicht aller Bundesländer. Die Rezession ist zurück und unserem Land stehen wirtschaftlich schwere Zeiten bevor.

Die Ursachen sind seit Jahren bekannt: zu hohe Energiepreise und immer neue regulatorische Vorgaben. Gesprächsrunden und Erfolgsmeldungen lösen diese strukturellen Probleme nicht.

Thüringen muss zunächst dort handeln, wo es selbst kann: Klimagesetz, Bildungsfreistellungsgesetz und das mit wirtschaftsfremden Vorgaben überfrachtete Vergabegesetz gehören abgeschafft, Unternehmen von unnötigen Vorschriften entlastet und Genehmigungsverfahren beschleunigt.

Zugleich muss die Landesregierung gegenüber Bund und EU auf ein Ende des selbstschädigenden Kurses in der Klima- und Energiepolitik drängen. Bezahlbare und verlässlich verfügbare Energie ist Grundvoraussetzung eines wettbewerbsfähigen Industriestandortes.

Thüringen braucht keine ausgerufene ‚Trendwende‘, sondern einen grundlegenden Kurswechsel: niedrigere Energie- und Standortkosten, weniger Bürokratie und mehr unternehmerische Freiheit.«