EU-Energiekommissar Dan Jørgensen hat angesichts niedriger Gasspeicherstände und der angespannten Lage auf den internationalen Energiemärkten zu Vorbereitungen auf den kommenden Winter und gegebenenfalls zu freiwilligen Einsparungen beim Gas- und Stromverbrauch aufgerufen. Die Bundesnetzagentur beziffert den deutschen Gasspeicherfüllstand zum 1. Oktober auf 57,9 Prozent ; am 1. Oktober des Vorjahres waren es dagegen 76,3 Prozent. Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung rechnet, dass die Energieversorger im Winter ihre Strom- und Gaspreise anheben dürften. Gleichzeitig sagte die Bundesregierung vorgestern der Ukraine rund 350 Mio. Euro deutsches Steuergeld für Energiehilfen für den bevorstehenden Winter zu.
Dazu erklärt Pascal Wloch, verbraucherpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag:
»Während sich der Bundeskanzler in Kiew für Energiehilfen aus deutschem Steuergeld feiern lässt, drohen unseren Verbrauchern neue Preissprünge bei Strom und Gas. Besonders hart trifft dies Haushalte mit niedrigen Einkommen und kaum finanziellen Reserven.
Der Staat verteuert Energie erheblich – für Eigentümer ebenso wie für Mieter über Heiz- und Nebenkosten. Die Landesregierung muss sich deshalb auf Bundesebene umgehend für die vollständige Abschaffung der CO₂-Steuer und eine spürbare Senkung der Mehrwertsteuer einsetzen.
Private Haushalte zahlten im ersten Halbjahr 2026 trotz jüngster Rückgänge durchschnittlich 11,58 Cent je Kilowattstunde Erdgas – rund 81 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2021. Thüringen ist besonders betroffen: Laut Zensus 2022 werden hier 52,6 Prozent der Gebäude mit Wohnraum mit Gas beheizt. Sparappelle reichen deshalb nicht aus. Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit müssen im kommenden Winter in Deutschland und Thüringen gleichermaßen gewährleistet sein.«